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Dorfgeschichte

 

             

 

Die geschichtliche Entwicklung von Wormlag
1396 Erste urkundliche Erwähnung von Wormlage.
Ein Herrensitz auf dem ehemaligen Rittergut gaben dem Dorf lange Zeit sein Gepräge. Es wurde hauptsächlich Ackerbau, Viehzucht und Fischerei betrieben.
1642 Starke Verwüstungen im Zuge des 30jährigen Krieges.

Der Gutshof und sämtliche Baulichkeiten im Ort wurden zerstört. Nur die Schenke und ein Bauernhof blieben von den Schweden verschont. Von den noch 28 arbeitsfähigen Einwohnern im Dorf hatte keiner mehr den Glauben an bessere Zeiten. Die Gutsführung beauftragte einzelne Dorfbewohner mit der Bearbeitung der herrenlosen Höfe.

1706 Besetzung der Niederlausitz durch die Schweden.

Weitere Rückschläge in der wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes. Hitze und Hochwasser brachten den Wormlagern in den Folgejahren nur karge Erträge. Erst mit der Lugkentwässerung (ab 1837) trat ein wirtschaftlicher Aufschwung in der Landwirtschaft ein.

seit 1850

Entwicklung des Handwerks in Wormlage:

  • 2 Windmühlen (Bernhard Jung / Paul Schäfer)
  • 1 Sägewerk
  • 2 Tischler
  • 2 Stellmacher
  • 2 Schneidermeister und 1 Textilgeschäft
  • 2 Schuhmacher
  • 1 Bäcker
  • 2 Gastwirtschaften mit Fleischerei
1867 Erhalt einer eigenen Postagentur.
1884 Erster Anschluss an das Telefonnetz.
um 1885 Wormlage hatte zu dieser Zeit 518 Einwohner. In der alten Schule des Dorfes wurden ca. 105 Schulkinder unterrichtet. Der Unterricht war dabei wie folgt geplant:
Im Sommer von 06.00 - 09.00 Uhr für die 1. Klasse
und von 10.00 - 12.30 Uhr für die 2. Klasse
Im Winter von 08.00 - 11.00 Uhr für die 1. Klasse
und von 12.00 - 14.30 Uhr für die 2. Klasse

Die o.g. Aufteilung erfolgte, da die größeren Schüler der 1. Klasse nach dem Unterricht noch auf den Feldern des Rittergutes und auch zu Hause helfen mussten.

1897 Erweiterung des 1861 an der Dollenchener Strasse errichteten Friedhofes. Bau einer Begräbniskapelle. 
1899 Aufstellung der ersten fünf Straßenlaternen.
18. Juni 1899 Weihung der Fahne des Turnvereins "Einigkeit".

Daraufhin stiftete der Rittergutsbesitzer Freiherr von Schönberg ein Stück Acker auf dem ehemaligen Krähenberg ( jetzt hinter Koch, Kurze Straße) für den Ausbau als Sportplatz Dieser wurde 1913 eingeweiht.
ab 1906 Abwanderung vieler Landarbeiter in die nahegelegenen Braunkohlengruben aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten.
An ihrer Stelle im Sommer auf dem Gut vor allem Landarbeiter aus Polen, Ungarn und Gallizien beschäftigt.
26. Nov. 1906

Einweihung des Schulanbau.

12. Juli 1914 Grundsteinlegung für den neuen Kirchturm. Die kleine Glocke wurde 1917 für den Krieg gespendet (Erlös: 126 Pfund).
I. Weltkrieg
1914 - 1918
Im I. Weltkrieg fanden 30 junge Männer aus Wormlage den Tod. Ihnen zum Gedenken wurde am 12. Juni 1921 vor der Kirche ein Kriegerdenkmal eingeweiht.
17. April 1917 Verkauf des Rittergutes durch Freiherr von Schönberg an den Generaldirektor der Niederlausitzer Braunkohlenwerke, Dr. Hugo Gabelmann.

Der neue Besitzer ließ das Schloss nach einigen Jahren modernisieren und umbauen. Vorzüglich gepflegt wurde der angrenzende Park von einem Gärtner. Dr. Gabelmann verunglückte im Mai 1930 bei einer Betriebsbegehung im Abraum Viktoria 1 tödlich. Er wurde im "Pusch", Waldstück hinter dem Schlosspark, beerdigt.

II. Weltkrieg
1939 - 1945
69 Männer aus Wormlage liessen im II. Weltkrieg auf den Schlachtfeldern ihr Leben. Ihnen zu Ehren fand Ende März 1945 eine große Gedenkfeier am Kriegerdenkmal statt.

Anfang April 1945 rückte die Front immer näher. Abends sah man bereits die Leuchtgeschosse und hörte den Donner der Geschütze aus Richtung Forst/ Cottbus. Am 19. April 1945 verließen immer mehr Bürger das Dorf und flüchteten Richtung Bergheide - Torgau. In der Nacht zum 22. April 1945 wurde auch Wormlage von der Roten Armee überrollt. Im Ort hielten sich zu diesem Zeitpunkt, einschließlich Kinder, noch etwa 40 Einwohner (davon 12 Männer) auf. 8 Tote gab es bei den Einwohnern, 2 Häuser wurden niedergebrannt. Die meisten der geflüchteten Bürger kehrten am 19. Mai 1945 wieder nach Wormlage zurück.

Nachkriegzeit Sehr schleppend normalisierte sich nach dem Krieg das Leben in der Gemeinde. Die Ländereien des ehemaligen Gutes unterlagen der Bodenreform und wurden aufgeteilt. Das Schloss sowie ein Teil der massiven Stallgebäude des Gutes wurden 1949 abgerissen.
bis 1950 Entstehung 6 neuer Wohnhäuser mit Stallgebäuden, Gründung des Kindergartens und Bau eines Feuerwehrdepots 
1951 Gründung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) "7. Oktober"
1955 Eröffnung der Kinderkrippe.
1954 Verlegung des Sportplatzes, da auf dem bisherigen Gelände eine Schweinemastanlage der LPG entstand.
Gegenüber des neuen Sportplatzes Bau von 7 Wohnhäusern.
ab 1964 Anschluss des Dorfes an das zentrale Wassernetz.
1976 Der ehemalige Wormlager Einwohner und Radsportler, Hans-Joachim Hartnick, gewann die "Internationale Friedensfahrt". Nach der Rundfahrt wurde er begeistert von den Dorfbewohnern empfangen. Hans-Joachim Hartnick ist heute als deutscher Bundestrainer tätig.
1981 Ergebnis der Volkszählung: 498 Einwohner ( 228 Männer / 270 Frauen)
Anfang
90er Jahre

Nach der Wiedervereinigung Durchführung zahlreicher Bau- und Modernisierungsmassnahmen:

  • Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses und Erhalt eines eigenen Löschfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr
  • Umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Kirche
  • Erdverkabelung eines Teiles der bisher freihängenden Stromleitungen
  • Ausbau der Dollenchener Straße
  • Bau 5 neuer Eigenheime
  • Einführung einer zentralen Müllentsorgung sowie Schließung der gemeindeeigenen Müllgrube
  • Zusammenschluss von Kindergarten und Kinderkrippe zur Kita (1991).
1994 Anschluss aller Haushalte an das öffentliche Telefonnetz.
Mitte
90er Jahre

Weiterer Ausbau der Versorgung in Wormlage.

  • Eröffnung eines Fleischwarenfachgeschäftes der Landboden GmbH Bronkow
  • Lebensmittel- und Getränkeverkauf durch Doris Vorwerk
  • Eröffnung eines Friseursalon
  • Wöchentliche Lieferung von Brot und Backwaren durch die Bäckereien Busch aus Senftenberg und Kaschke aus Großräschen (2x pro Woche)
Dez. 1993 Eingliederung der Gemeinde in das Amt Großräschen. Als ehrenamtlicher Bürgermeister wird Walter Hendrischk gewählt. 
(Quelle: Broschüre "600 Jahre Wormlage (1396 - 1996) / 70 Jahre Freiwillige Feuerwehr (1926 - 1996)" / Autor Ortschronist Horst Jahn)